Der Kreis des Kopernikus

Rainer Küster, Rüdiger Schneider 

Der Kreis des Kopernikus. Kriminalroman aus dem Ruhrgebiet.

Militzke-Verlag, Leipzig 2002

ISBN 3-86189-254-5

 

Rezension von Nadine Krolla

 

Tatort: Bochum. Nach einem mysteriösen Treffen am Abend des letzten Ferientages, wird Georg Westerlohe am Morgen des ersten Schultags erschlagen im Computerraum des Tilman-Trösken-Gymnasiums aufgefunden. Vom Täter fehlt jede Spur. Ein schwerer Fall für die beiden Ruhrgebiets-Kommissare Brenner und Rogalla. Die Frage nach dem Mordmotiv führt die Ermittler zunächst auf verschiedene Spuren, die mögliche Täter vor allem im Kollegenkreis des Lehrers vermuten lassen. Liegt die Antwort in Westerlohes Verantwortlichkeit für die Veröffentlichung der Beiträge zum Kopernikus-Projekt? Oder handelt es sich um die Eifersuchtstat eines verschmähten polnischen Ehemanns, dessen Frau Anna Wronska eine heimliche Beziehung zu Westerlohe hatte und selbst zu den Verdächtigen gehört?


Der Leser darf die Kommissare bei ihren Ermittlungen durch die Stadt Bochum und Umgebung eine knappe Woche begleiten und lernt sie auch als Privatpersonen mit Fehlern und Schwächen kennen. Dabei bereitet es immer wieder ein besonderes Vergnügen sich an Schauplätzen wiederzufinden, die man als Ortskundiger kennt, sich also bildlich vor Augen führen kann, bis hin zu Kneipen, in denen man selbst schon zu Gast war oder ‚nutzlosen' Kreisverkehren, über deren Funktion man sich auch schon gewundert hat.

 

Besonders spannend ist, dass man zusätzlich auch die möglichen Täterfiguren vorgestellt bekommt und selbst immer wieder auf neue Spuren stößt. Die Verdächtigen werden im Wechsel eingeführt. Dabei werden ihre Geschichten in verschiedenen privaten und beruflichen Zusammenhängen verflochten. Je tiefer man dabei in den Roman eintaucht, desto deutlicher kommt heraus, dass alle Charaktere für sich tatsächlich keine ‚reinen Westen' zu haben scheinen. Jeder scheint zunächst mit den Polizisten zu kooperieren. Dennoch haben alle etwas zu verbergen und bleiben jeder auf seine Art merkwürdig distanziert, wenn man bedenkt, dass es hier um die Aufklärung des Mordes an einem Kollegen geht.

 

Interessant und erstaunlich ist dabei vor allem, wie viel man auf der einen Seite über die Personen erfährt, wie wenig man aber auf der anderen Seite der Auflösung näher kommt. Dabei ergeben sich immer wieder kriminalistische Nebengeschichten. Zum Beispiel führt der Konflikt von Anna mit dem zwielichtigen Marek Wronski, den Leser bis nach Warschau. Doch nicht nur räumlich dehnt sich der Krimi über die Bochumer Grenzen aus, wenn die Ermittler in Verbindung mit dem Kopernikus-Projekt einer historischen Ungerechtigkeit um einen polnischen Zwangsarbeiter auf die Spur kommen.

Wer letztendlich der Mörder/die Mörderin ist, wird natürlich hier nicht verraten, nur dass es bis zum Ende spannend bleibt. 

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